Restaurant Review: Café Nasch in Hamburg

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Das historische Gängeviertel in der Hamburger Innenstadt bietet seit 2009 alternative Lebensräume für Kunst und Kultur. Seit das vegan/vegetarische Café Nasch Teil des Gesamtkunstwerks ist, folgen wir dem Slogan „Komm in die Gänge“ öfter als je zuvor, denn diese Esskultur macht glücklich.


Eine Szene im Café Nasch: Adrette Mitarbeiter der umliegenden Läden und Verwaltungen (und des Axel Springer Verlags) holen ihr Mittagessen ab, farbbekleckste Handwerksaktivisten des Gängeviertels bestellen Kaffee und Sandwiches, Studenten arbeiten an Laptops, ein Aussteiger dreht sich eine Kippe (keine Angst, Rauchverbot). Dazwischen skandinavische Backpacker und Touristen-Familien.

Das spannende People-Watching wäre Grund genug, hier einzukehren. Den wichtigsten Aspekt jedoch haben wir mit hohem empirischen Aufwand untersucht (in statistisch relevanten 100 Besuchen). Das Ergebnis in einem Wort: sensationell.

Der Mittagstisch mit genau einem Gericht wechselt täglich, teils ambitioniert und aufwändig, teils als schmackhafte Variation einfacher Hausmannskost. Viel Liebe und viel Kreativität führen praktisch immer zu perfekt gelungenen, superleckerem Essen. Ein Lunch auf diesem gustatorischen Niveau ist in Hamburg kaum zu finden – schon gar nicht für die vom Nasch aufgerufenen 6,90 Euro. Hier zählen offenbar nicht Umsatz, sondern Geschmack, Spaß am Kochen und Freude an der Sache. Kultur pur.

Neben dem köstlichen Mittagstisch gibt es den ganzen Tag tolle Sandwiches, Börek (Vörek), Quiches und legendär gute Wraps mit Salat und Sojajoghurt-Erdnuss-Sauce. Jeweils warm oder kalt, mit oder ohne großer Salatbeilage für fast unseriös günstige 3 bis 5 Euro.

Süß geht auch: Die Cookies sind riesig, saftig, toll – der „Dark Side“ ist nach intensiven Recherchen unser Favorit. Von den Kuchen sind wir noch nicht so ganz überzeugt: Die wären überall sonst okay, wirken hier aber vergleichsweise wenig spektakulär.

Weiter geht’s nach der Galerie…

Vegan ist das Café Nasch nicht ganz: Wer meint zu müssen, kann die Soja- und Hafermilch gegen Kuh-Muttermilch tauschen. Ansonsten: 100% vegan.

Das Café Nasch ist übrigens aus dem „Frühstücksclub“ hervorgegangen, einem monatlichen veganen Brunch im Gängeviertel. Die Gründerinnen Julia und Nele waren an dessen Organisation lange Zeit maßgeblich beteiligt. Jetzt machen sie im eigenen Café an 6 Tagen pro Woche (Samstag Frühstück) die Welt viel besser und viel leckerer.

Das Café Nasch schnürt ein Gesamtpaket aus leckerstem Essen, charmantem Ambiete und interessantem Publikum und ist unsere Top-Empfehlung für Lunch und Snacks in Hamburg.

PS: Das Gängeviertel wurde 2009 besetzt, als ein Investor sich anschickte, einen der letzten verbliebenden historischen Gebäudeensembles Hamburgs abzureißen. Die Besetzung sollte das Gängeviertel zu einem „selbstverwalteten, öffentlichen und lebendigen Quartier mit kulturellen und sozialen Nutzungen“ machen. Schon nach wenigen Monaten war der Abriss undenkbar geworden, und inzwischen bespielen die Gängeviertel Genossenschaft und zahlreiche Gruppen und Initiativen die Gebäude.

10.0 Perfekt

Cafe Nasch, Di-Fr 9.30 bis 18 Uhr, Sa 11-18, So 12-18 Uhr, Caffamacherreihe 49, 20355 Hamburg
Mittagstisch ab 6.90 Euro, Wraps & Sandwiches ab 3 Euro. Samstags und sonntags gibt es ganztags Frühstück. https://www.facebook.com/cafenasch/

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