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Zoo Berlin: Geheimsache Wolfsverbleib
geschrieben von: pizzys (IP gespeichert)
Datum: 09.04.06 22:21
Zoo Berlin: Geheimsache Wolfsverbleib
Jetzt ermittelt Staatsanwaltschaft Berlin

Nürtingen (Baden Württemberg). Wie Tierrechtler Frank Albrecht heute mitteilt, habe er bei der Berliner Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen den Berliner Zoo, wegen des Verdachtes der Tötung und des illegalen Tierhandels von 11 kanadischen Wölfen, erstattet.

Während schöne bunte TV-Sendungen den Menschen neuerdings eine heile Zoowelt und einen super Artenschutz vorflimmern, scheint die Lebensrealität für die einst so süßen und kuscheligen 11 Wolfsbabys, die seit 1998 im Zoo Berlin das Licht der Welt erblickten, für volle Zookassen sorgten aber seither spurlos verschwunden sind, anders auszusehen. Wie?

Genau diese Frage stellt sich der Nürtinger Tierrechtler, der seit Jahren den Artenschutz der deutschen Zoos näher betrachtet, nach mehreren und letztendlich vergeblichen Klärungsversuchen jetzt umso mehr.

Albrecht: „Ich habe bei der Zooleitung schriftlich angefragt, den Aufsichtsrat, den Vorsitzenden des Aufsichtsrates (Herr Dr. Wilm Tegethoff) und Herrn Senator Dr. Sarrazin (Sitz im Aufsichtsrat) um eine nachvollziehbare Aufklärung gebeten. Doch was ich von den Verantwortlichen erhielt, waren nur leere Worthülsen aber keine wirkliche Aufklärung. Niemand nannte mir die Namen der zoologischen Einrichtungen, an die die Wölfe angeblich abgegeben wurden. Das ist sehr merkwürdig und alles andere als ein offener, nachvollziehbarer und damit ehrlich gemeinter Artenschutz.

„Die Veröffentlichung des Verbleibs einzelner Tiere sprengt jedoch den Rahmen der Machbarkeit und entspricht nicht unserer Politik“ (Dr. Gerald R. Ullrich und Dr. Jürgen Lange aus dem Antwortschreiben an Albrecht/ 06.03.2006/ )

„Das was die Zoochefs hier als „ihre Politik“ bezeichnen, nenne ich vertuschen, irreführen, vortäuschen oder aussitzen.“, so der Tierrechtler weiter. „Wer sich per Ehrencodex als Mitglied der EAZA und WAZA mit seiner Unterschrift verpflichtete und auch noch gegenüber der Öffentlichkeit vorgibt, an seriöse und gute zoologische Einrichtungen abzugeben, kann doch auch mit gutem Gewissen die Namen dieser Einrichtungen nennen, an denen die jungen Wölfe verkauft wurden. Doch das wird hier ganz bewusst nicht gemacht und soll jetzt mit Hilfe der Staatsanwaltschaft geklärt werden. “

Albrecht vermutet, dass aufgrund des bestehenden Platzmangels, in fast allen deutschen Zoos, die Jungwölfe entweder ermordet oder wie in Zookreisen immer noch üblich, an so genannte „anerkannte“ Tierhändler, deren Verschwiegenheit gut bezahlt ist, verkauft wurden. Was diese mit den nichtmenschlichen Tieren dann machen, bleibt meist ein Geschäftsgeheimnis. So landete z.B. 2005 solch unvermittelbarer Wolfsnachwuchs aus dem „Wildparadies Tripsdrill“ über einen Tierhändler bei einem spanischen Jäger, der Jagden (auch für deutsche Jagdtouristen) auf so genannten „Exoten“ veranstaltete. Während Tripsdrill für diese 7 Wölfe genau 840 Euro vom Tierhändler erhielt, wurde in Spanien für die Ermordung eines Wolfsindividuums, 24.000 Euro gezahlt.

„Die Tiere werden beseitigt, sie werden an einen Tierhändler verkauft. Und was der damit macht, da steckt eben der Verkäufer den Kopf in den Sand und jedermann weiß, dass die Tiere letztendlich dann für eine Kugel geopfert werden…“ (Dr. Götz Rümpler, Ex-Sprecher des Verband deutscher Zoodirektoren/ 1994!!!)

Ein Tierhändler, der in den 90iger Jahren nachweislich nichtmenschliche Tiere an einen so genannten Zootierschlachter aus Belgien verkaufte, ist noch immer guter Kunde des Berliner Zoos und wird in den Veröffentlichungen des Berliner Zoos sogar, ohne Skrupel, genannt. Dieser Tierhändler hatte, so Albrechts Recherchen, einige Individuen dieser Wolfsart, in einer bekannten Zeitschrift, zum Verkauf angeboten.

Welches Schicksal den Wölfen aus dem Zoo Berlin nun widerfahren ist, das ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft Berlin (AZ Js 1897/ 06).

Albrecht hofft jedoch, dass die Wölfe doch noch gut untergebracht wurden und sich bester Gesundheit erfreuen.

So genannte nichtmenschliche Tiere haben, wie wir Menschen auch, ein Interesse daran zu leben. Frei und selbst bestimmend. Daher haben sie, wie wir auch, dass Recht auf Leben. In Freiheit und Selbstbestimmung.

Frank Albrecht

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Zoo Berlin: Geheimsache Wolfsverbleib pizzys 09.04.06 22:21
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