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Biovegan - Ökologische Landwirtschaft ohne Tiere Die Universität Kassel mit ihrem Standort in Witzenhausen ist Deutschlands einzige Hochschule, die den Studiengang »Ökologische Landwirtschaft« als Vollstudiengang anbietet. Doch den Studierenden Sandra Campe, Jörg Zimmermann und Matthias Henneberger ist nicht nur eine ökologische Landwirtschaft und Lebensweise wichtig. Sie interessieren sich für den tierfreien Öko-Landbau - und organisierten daher vom 7. bis 11. Januar 2002 in Witzenhausen die »Bio-veganen Landbautage« mit Vorträgen und Workshops
Während der Woche wurde thematisiert, inwieweit Tierhaltung nachhaltig und ethisch vertretbar ist. Kurzfristig gesehen stellt die »artgerechte Tierhaltung«, wie sie die Öko-Landwirtschaft propagiert, sicherlich eine große Verbesserung der Haltungsbedingungen dar. Andere Probleme, die mit der Nutzung von Tieren einhergehen, kann aber auch die ökologische Tierhaltung nicht lösen. Kritikpunkte waren und sind z.B. die Unnötigkeit tierlicher Nahrungsmittel für die menschliche Ernährung, der enorme Flächenverbrauch, die Verschwendung pflanzlicher Nahrung und nicht zu vergessen die milliardenfache, sinnlose Vernichtung sowohl tierlichen als auch pflanzlichen Lebens. Einen guten Einstieg in die Grundlagen und das ganzheitliche Ethikverständnis der bio-veganen Wirtschaftsweise bot der Vortrag von Ronny Wytek, dem Mitbegründer des Bio-veganen Netzwerkes in Österreich (BioVegaN). Vor zweieinhalb Jahren wurde dieses Netzwerk in Zusammenarbeit mit dem britischen Vegan Organic Network (VON) ins Leben gerufen. VON existiert bereits seit 1996. Beide Netzwerke haben die Verbindung von Nachhaltigkeit und Friedfertigkeit zum Ziel und akzeptieren das Recht der Tiere auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit. Im weiteren Verlauf der Woche wurde von langjährigen Praktikern eindrucksvoll gezeigt, wie Ökologischer Landbau erfolgreich betrieben werden kann, ohne von der Tierhaltung und dem Input der »Nebenprodukte« (Mist, Blut- und Knochenmehl etc.) abhängig zu sein. Jakobus Langerhorst, ursprünglich ausgebildeter Demeter-Landwirt aus Österreich, schilderte sehr anschaulich, wie er und seine Familie seit 28 Jahren Gemüse, Nüsse und Obst, wie z.B. Äpfel und Kiwis, rein pflanzlich anbauen. Der Agrarwissenschaftler und Landwirt Dr. Ulrich Hagmeier berichtete über seine 20jährige Erfahrung, die er im viehlosen ökologischen Getreideanbau in Süddeutschland gesammelt hat. Sein Betrieb umfasst 80 Hektar. Neben den Vorträgen fanden auch Workshops statt. Der Vergleich von bio-veganem mit ökologischem Landbau sowie mit Permakultur (einem ganzheitlichen Weg, nachhaltige Lebensräume und Systeme in der Stadt und auf dem Land zu entwerfen, aufzubauen und zu unterstützen) unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit war Thema des gleichnamigen Workshops. Im Workshop »Tierrechte« wurde lebhaft über die Frage diskutiert, warum Menschen angesichts des unendlichen Tierleids immer noch Fleisch essen. Ein wesentliches Ergebnis der Woche ist das Vorhaben, auch in Deutschland ein bio-veganes Netzwerk zu gründen. Schon im kommenden April wird das Gründungstreffen stattfinden. Eine enge Zusammenarbeit mit BioVegaN in Österreich und VON in Großbritannien wird angestrebt. Zu beiden Organisationen bestehen bereits vielversprechende Kontakte. Alle interessierten Menschen sind herzlich eingeladen, sich aktiv in ein bio-veganes Netzwerk in Deutschland einzubringen.
BioVegaN
BioVegaN in Österreich: www.biovegan.org VON in Großbritannien: www.veganorganic.net Permakultur: www.permakultur.de
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